Montag, 21. Februar 2022

Ukraine, Russland, NATO: Harte Kante gegen Putin? Oder harte Kante gegen "den Westen" und die NATO? Die Münchner Sicherheitskonferenz (SiKo) und die Münchner Friedenkonferenz (FrieKo) 2022

 I. Bildung und Schule

 Eins ist offensichtlich: 

Der Trend zu Intoleranz und Verrohung nahm zu. 

Zum Beispiel:
Zwischen Fußballspielern und Schiedsrichtern;
zwischen Demonstrierenden und der Polizei;
im Umgangston  zwischen bestimmten Fraktionen - bzw. besonders in einer bestimmten Fraktion - des Bundestages;
in der Diskussion um das Impfen in der Bevölkerung;
...
Vielleicht auch in manchen Schulen? - 

Apropos Schule

Ich las heute in einer Autobiografie eines Mannes, der als Kind/Schüler zwischen Kalifornien und Schweiz mehrmals wechseln musste:

Prügeleien gab es in dem amerikanischen Klima von Akzeptanz und Toleranz nur selten.
Hier aber [in der Schweiz] werden innerhalb der Schulklasse und bisweilen auch zwischen den verschiedenen Klassen regelrechte Kampffronten aufgebaut, oder es vollziehen sich spontane, kleinere Zusammenrottungen. In diesen wird fast täglich in Geheimaktionen beschlossen, wem heute wo aufgelauert werden soll, um ihm eine Abreibung zu verpassen, das sogenannte «Abschlagen». Ich selbst werde nur gelegentlich das Opfer solcher Übergriffe oder Zeuge davon.

Um nicht zu sehr ins Abseits zu geraten und etwaige Angriffe auf mich zu ziehen, gebe ich manchmal vor, bei der einen oder anderen dieser unrühmlichen Aktionen dabei gewesen zu sein. Zeitweise entsteht aus dem Ganzen regelrechte Hysterie und Angst.

Ob das heute immer noch gilt? Weiß ich nicht ...

Apropos Akzeptanz und Toleranz in der Schule

Im aktuellen Lernplan ("Bildungsplan 2016") gilt für alle Schufächer und Schularten die "Leitperspektive Bildung für Akzeptanz und Toleranz von Vielfalt (BTV)".

Im Vorwort heißt es u.a.:
In der modernen Gesellschaft begegnen sich Menschen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit, Nationalität, Ethnie, Religion oder Weltanschauung, unterschiedlichen Alters, psychischer, geistiger und physischer Disposition sowie geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung. Kennzeichnend sind Individualisierung und Pluralisierung von Lebensentwürfen.
[…]
Die Leitperspektive zielt auch auf die Fähigkeit der Gesellschaft zum interkulturellen und interreligiösen Dialog und zum dialogorientierten, friedlichen Umgang mit unterschiedlichen Positionen bzw. Konflikten in internationalen Zusammenhängen. Erziehung zum Umgang mit Vielfalt und zur Toleranz ist damit auch ein Beitrag zur Menschenrechts- und Friedensbildung und zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft.
[...]
 So könnte die Leitperspektive BTV im Bereich der Schulen Baden-Württembergs in der Tat und theoretisch und gegebenenfalls auch etwas beitragen zu den denkbaren Möglichkeiten des Umgangs mit der sog. "Ukraine-Krise" oder "Russland-Krise" und/oder anderen internationalen Konflikten. --- (Mali, Kongo, Syrien, Libyen ...)
Ob sie das auch tut? Weiß ich nicht.
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II.  Kommen wir also zum Thema
Krieg und Intervention

  • Ukraine-Krise : Johnson warnt vor „größtem Krieg in Europa seit 1945“
    FAZ, Aktualisiert am 20.02.2022
  • Ukraine-Krise: Russland plant laut Nato „vollständigen Angriff“
    FR, 20.02.2022, 11:35
  •  „Nie dagewesene“ Sanktionen: US-Vizepräsidentin warnt Russland auf Münchner Sicherheitskonferenz 
  • "Tübinger Neurophysiologin rät zu klarer Kante gegen Putin"
    Schwäbsiches Tagblatt  19.02.2022 
  •  Und schon Freitag, August 30, 2013!   »Sicher ist: Der Trend der "internationalen Gemeinschaft" geht nach dem Zusammenbruch des Ostblocks und dem Ende des Kalten Krieges wieder zum Gewalt-Einsatz.«  Quelle
Mit einer "Geschichtsstunde" versucht Russlands Präsident Putin, einen Krieg in der Ukraine zu rechtfertigen.
Putin in seiner Rede vom 21.2.2022:

"Seit ältesten Zeiten nennen sich die Bewohner der südwestlichen historischen Gebiete des alten Russlands Russen und orthodoxe Christen. So war es auch im 17. Jahrhundert, als ein Teil dieser Gebiete mit dem russischen Staat wiedervereinigt wurde, und auch danach war das so."

 
Im 19. Jahrhundert gabe es dann eine Gegenbewegung gegen Russland:
3 Jahre Krimkrieg 1853:

Der "Krimkrieg" oder "Türkisch-Russischer Krieg" war ein von 1853 bis 1856 dauernder militärischer Konflikt zwischen Russland einerseits und dem Osmanischen Reich sowie dessen Verbündeten (Frankreich, Großbritannien ...) andererseits,
in den die westeuropäischen Mächte eingriffen, um eine Gebietserweiterung Russlands auf Kosten des geschwächten Osmanischen Reichs zu verhindern. Die Folge: Russland geschwächt, die anderen Staaten auch.  Der Krieg endet mit einem Friedensvertrag.
Friedensvertrag. Art. 11 bestimmt:
das Schwarze Meer ist neutralisiert, seine Gewässer u. Häfen stehen den [621] Handelsschiffen aller Nationen offen, sind aber allen Kriegsschiffen untersagt.
Art. 12 setzt fest, daß der Handel auf dem Schwarzen Meere frei von jeder Beschränkung sein solle, welche nicht durch die Reglements über Gesundheits-, Zoll- u. Polizeidienst geboten ist; ….
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III.:   20./21. Jahrhundert

Ab 1917  hatte auf der Krim und in einem nördlich angrenzenden Gebiete bereits die unabhängige Volksrepublik Krim bestanden, ein kurzlebiger säkular-muslimischer Staat, der seine Unabhängigkeit nur von Dezember 1917 bis Januar 1918 wahren konnte, bevor er durch Sowjetrussland zerschlagen wurde. 
Die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Krim (ACCP) wurde am 18. Oktober 1921 als Autonome Sozialistische Sowjetrepublik der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik innerhalb der Halbinsel Krim kreiert.

 
1954: Und plötzlich gehört die Krim zur Ukraine: Niemand weiß ganz genau, warum Nikita Chruschtschow 1954 die im Krieg schwer zerstörte Halbinsel Krim der Ukraine übergab. Eine Oxford-Historikerin ist auf Spurensuche gegangen:
Im Mai 1954, war es so weit. Der inzwischen zum Parteichef der gesamtsowjetischen KPdSU aufgestiegene Chruschtschow hatte dafür gesorgt, dass die Krim, zuvor seit 170 Jahren Teil Russlands, ab sofort zur ukrainischen Sowjetrepublik gehörte. Ohne großes Aufsehen, vollzogen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag des Vertrags von Perejaslaw, mit dem 1654 – nach russischer Lesart – die engen Bande zwischen Russland und der Ukraine vereinbart worden waren.
 

Die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR;war die älteste, größte und bevölkerungsreichste Unionsrepublik der Sowjetunion (UdSSR).Sie wurde kurz nach der Oktoberrevolution am 7. November 1917 gegründet und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Ende 1922 konstituierten Sowjetunion, welche durch die RSFSR stark dominiert wurde.
Nach Auflösung der UdSSR im Dezember 1991 wurde sie dann unter Wahrnehmung all ihrer Rechte und Pflichten von dieser unabhängig und nannte sich 1992 in Russische Föderation bzw. Russländische Föderation um.

 Putin in seiner Rede am 21.2.2022:

"Dann, vor und nach dem Großen Vaterländischen Krieg [2. Weltkrieg] , annektierte bereits Stalin einige Gebiete, die zuvor zu Polen, Rumänien und Ungarn gehörten, an die UdSSR und übertrug sie der Ukraine.
Als eine Art Entschädigung gab Stalin Polen einige der angestammten deutschen Gebiete, und 1954 nahm Chruschtschow Russland aus irgendeinem Grund die Krim weg und gab sie der Ukraine. Auf diese Weise entstand das Gebiet der sowjetischen Ukraine. 

 
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IV.   Die UN-Charta von 1945,
 
die alle UN-Mitglieder bindet,  verbietet in Artikel 2(7) jeden Einsatz von Gewalt gegen andere Staaten mit der Ausnahme, dass ein Staat, der von einem anderen angegriffen wird, sich - ohne erst den UN-Sicherheitsrat zu fragen -  mit Gewalt verteidigen darf und andere Staaten dabei um Hilfe bitten darf. Dieses absolute Interventions-Verbot ist rechtlich verpflichtend und gilt bis heute.

Aufgeweicht (aber nicht rechtlich aufgehoben) 
wurde das Interventions-Verbot im Jahr 2005 durch einen einstimmigen(!) Beschluss der UN-General-Versammlung(!), der in seinen Paragraphen 138 und 139 von der "Schutz-Verantwortung" spricht, der "Responsibility to protect". Dieser Beschluss ist - im Unterschied zum o.g. Arikel 2(7) der UN-Charta kein zwingende Völker-Recht, sondern nur eine wegweisende Norm, die de facto das Völker-Recht aufweicht bzw. durchbricht. - 
Voraussetzung für einen militärischen Einsatz im Sinne dieser "Schutz-Verantwortung" ist ein Mandat des UN-Sicherheitsrates. Dieser kann das Mandat gegen den Willen einer Regierung erteilen, wenn die Regierung dieses Landes die Achtung der Menschenrechte in ihrem eigenen Land nicht sicherstellen kann oder will  und somit die souveräne Schutz-Verantwortung gegenüber seinen eigenen BürgerInnen versäumt und verwirkt hat. 
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Zwei Kommentare dazu,
geschrieben einige Jahre vor dem heutigen Russland-Ukraine-Konflikt.

Michael Brumlik, (* 1947 als Kind jüdischer Flüchtlinge in der Schweiz, bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2013 Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Uni Frankfur/Main) meint zu dieser Tendenz:
"Gleichwohl mache man sich nichts vor: Auch diese Rechtsentwicklung folgt materiellen Interessen. Auch der grauenhafte Giftgastod syrischer Kinder findet mediale Aufmerksamkeit vor allem deshalb, weil der „failed state“ Syrien inmitten der für die USA noch interessanten Ölgebiete des Mittleren Ostens und in nächster Nähe einer für die EU ob ihrer Bindungen an die Türkei und Israel wichtigen Region liegt.
Im Fall von weiter abgelegenen „Hinterhöfen“ der Weltgesellschaft hat massenhaftes Morden und Sterben niemanden interessiert und wird auch weiterhin niemanden interessieren. Gewiss: Jede(r) der inzwischen mehr als 100.000 Toten in Syrien ist eine, einer zu viel. - Der vor allem im Osten des Kongo seit 2002 geführte „Bürgerkrieg“ und seine Folgen haben vermutlich – fernab aller Öffentlichkeit – seither etwa 4 Millionen Opfer gekostet: Alte, Kinder, Frauen – ein Gemetzel, das allemal mit dem Dressieren von Kindern zu Kampfmaschinen und mit der regelhaften, massenhaften Vergewaltigung von Frauen einhergeht."
Kleine Anmerkung am Rande: Den größten Giftgas-Angriff seit dem ersten Weltkrieg gab es ab 1983 im 1. Golfkrieg. Damals war Saddam Hussein noch der Good Boy der USA und setzte mit dessen Billigung und Unterstützung Senfgas, Sarin und Tabun gegen den Iran ein, der auch damals schon der Schurkenstaat war.  Die Grundstoffe für das Giftgas, die Produktionsanlagen und das Know-How kamen aus Deutschland.
 
 
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Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat in Moskau
für eine Deeskalation im Konflikt mit der Ukraine und der NATO geworben. 
 
Krieg in Europa sei für seine Generation „undenkbar“ geworden, sagte er am Dienstag [15.2.2022] nach einem überraschend kurzen Vier-Augen-Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der entgegnete, er gehöre zu derselben Generation, habe aber erlebt, wie die NATO gegen Jugoslawen in den Krieg gezogen sei. THE EPOCH TIMES  Quelle
 
Klar ist: Europa wird sich durch die Krise massiv verändern“, lesen wir in der ALLGEMEINEN ZEITUNG aus Mainz. „Wie sagte Bundeskanzler Scholz? Er gehöre einer Generation an, für die Kriege in Europa undenkbar geworden sind.  Quelle
 
Kommentar/Frage:
Wieso sind Kriege in der Generation Putin/Scholz in Europa undenbar? Wo doch in ihrer Generation die Jugoslawienkriege stattgefunden haben, auch Balkankriege, postjugoslawische Kriege oder jugoslawische Nachfolgekriege genannt. Eine Serie von Kriegen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien, die von 1991 bis 2001 geführt wurden und mit dem Zerfall des Staates verbunden waren.
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V.:   "Vor 23 Jahren trieb die rot-grüne Regierung Deutschland in den Kosovokrieg. -
Ein Präzedenzfall, der die Welt veränderte."

Die Luftangriffe der Nato auf die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) ohne UN-Mandat waren ein Präzedenzfall, der die Nachkriegsordnung veränderte. 

Andrej Ivanji:  »Der 24. März 1999 [Putin war 46 Jahre alt, Olaf Scholz 40] war in Belgrad sonnig und warm. Ich saß am Nachmittag in einem Café mit Blick auf die Donau. Ein Freund rief mich auf meinem Handy an, teilte mir mit, dass er mit Zigaretten, Wasser und Sprit vorgesorgt habe, und fragte mich, was ich denn so tue. „Ich warte auf die Bomben der Nato“, antwortete ich und legte auf. Ich musste grinsen, so surreal klang das. Wir wussten, dass es in wenigen Stunden losgehen würde – der Krieg gegen die Nato. Besser gesagt, der Nato gegen Serbien. [...]
Ich befand mich in einem Zustand erwartungsvoller Ungläubigkeit. Wie soll das aussehen, wenn die Nato, wenn wieder einmal Deutschland, Serbien bombardiert? Wenn Briten, Franzosen, Italiener, Amerikaner, die Deutschen mich bombardieren? Irgendwie nahm ich das persönlich. Und nicht nur ich.

Am Abend hörte ich zum ersten Mal das Heulen des Fliegeralarms. [...] Wir lernten Begriffe wie: „Grafitbomben“, „Lenkwaffen“, „Tarnkappenflugzeuge“, „Uranmunition“, „Streubomben“. Als ob wir auf einem Testgelände für die Präsentation des Nato-Waffenarsenals gewesen wären.
Und „Kollateralschaden“. Das war mein Lieblingsbegriff. Er wurde verwendet, wenn die Nato eine Kolonne albanischer Flüchtlinge im Kosovo, einen zivilen Zug, den Bauernmarkt in Niš, die neurologische Klinik oder die chinesische Botschaft in Belgrad getroffen hatte. [...]

Nach 78 Tagen, 2.300 Luftschlägen und rund 50.000 abgefeuerten Projektilen lenkte Serbiens Herrscher Slobodan Milošević ein, aber erst als ihn Moskau unter Druck setzte. Die Zahl der Opfer schwankt zwischen 1.200 und 2.500, darunter 79 Kinder. Jedes Jahr gedenkt man in Serbien der Menschen, die die Nato umgebracht hat.

Am 9. Juni 1999 wurde in der mazedonischen Stadt Kumanovo ein Abkommen unterzeichnet, das die Operation Allied Force beendete. Serbische Streitkräfte zogen sich aus dem Kosovo zurück, internationale Friedenskräfte marschierten in das Kosovo ein, die südliche serbische Provinz wurde unter UN-Obhut gestellt.
Es folgte der Irakkrieg der „Koalition der Willigen“ im März 2003, da war Deutschland jedoch nicht willig mitzumachen; die Argumentation für den Kriegseinsatz (angebliche chemische Waffen von Saddam Husein) war ebenso unglaubwürdig und das ganze Vorhaben völkerrechtswidrig wie im Falle der Bundesrepublik Jugoslawien.«  Quelle

Andrej Ivanji ist [war?] Redakteur des serbischen Magazins „Vreme“, taz- und MDR-Korrespondent. Er lebt in Belgrad100 Meter entfernt von den Ruinen des zerbombten Staatsrundfunks.


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VI.:  "Wo ist eigentlich die Friedensbewegung?"
 
Fragt Journalist Tobias S. in der taz vom 20.2.22. 
DieFrage ist ein bisschen polemisch vielleicht? Oder eher rhetorisch? "DIE Friedensbewegung" gibt es ja nicht, sehr wohl aber verschiedene und unterschiedliche Friedensbewegungen in der Geschichte der Bundesrepublik.  Wenn man von "der Friedensbewegung" spricht oder sprach, dann meine man/frau ja in der Regel die Bewegung, die in Wikipedia a.a.O. "Neue Friedensbewegung" genannt wird. Neu war sie allerdings um 1980:
"Neue Friedensbewegung. Mit der Entwicklung neuer Waffenarten, besonders aber seit der Vereisung der Beziehungen zwischen den Supermächten infolge des NATO-Doppelbeschlusses am 12. Dezember 1979 und des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan am 25. Dezember 1979 entstand eine neue, breitere und vielschichtigere Friedensbewegung in Westeuropa und Nordamerika, die auch in den Ostblock ausstrahlte."

 Die Antwort auf die Frage, wo DIE Friedensbewegung ist, lautet: In Rente, in Pension oder schon eines natürlichen Todes gestorben - wie alles Vergängliche.
Eine berechtigte und interessante Frage ist/wäre allerdings: Gibt es eigentlich eine aktuelle "ganz neue" Friedensbewegung, eine "Friedensbewegung 2.0" oder 3.0, eine neue Variante Delta oder 2020... ?
Und wenn ja, wie sieht sie aus? Oder wie müsste sie aussehen? Vielleicht gibt es auch ganz unterschiedliche neue Friedensbewegungen, gute und böse zum Beispiel, mit oder ohne Sekundenkleber. Und wer entscheidet darüber, welche als gute und welche als böse oder wenigstens als DIE Friedensbewegung in die Geschichte eingehen wird oder würde? 

Vielleicht war sie auf der Internationalen Münchner Friedenskonferenz, die parallel zur SiKo in München tagte? 
Ich weiß es nicht.

Freitag, 24. September 2021

"DER" ISLAM als Feind. - Kolumbus und heutige Kämpfer gegen den Islam



Der, dessen Gesicht in der Unterwerfung den Staub berührt.
Wird in den Schatten meiner Gunst und und meiner Gerechtigkeit gehüllt werden.

(Drohbrief des osmanischen sunnitische Sultans Selim aus Istanbul an den schiitischen Schah Ismail im Iran im Jahre 1514)


 
Michel Houellebecq beschreibt in seinem Roman zunächst die Ist-Situation in Frankreich.

Die Handlung spielt im Jahr 2022 in Frankreich. Die französische Regierung erweist sich immer weniger als fähig, der Situation Herr zu werden, während es dem charismatischen Kandidaten der Bruderschaft der Muslime, Mohammed Ben Abbes, gelingt, immer mehr Stimmen auf sich zu vereinigen.  Die sozialistische Partei (PS) und die Konservativen gehen ein Bündnis mit Ben Abbes ein, um den Aufstieg des rechten Front National (FN) unter Marine Le Pen zu verhindern.
Der Roman beschreibt anschaulich das Verhalten der linksliberalen Presse, die über Jahre hinweg aus ideologischen Gründen die real existierende Gefahr eines Bürgerkriegs zwischen muslimischen Einwanderern und der einheimischen Bevölkerung herunterzuspielen bemüht war. Kritische Stimmen, die genau vor einer Eskalation dieser Art warnten, wurden systematisch ausgegrenzt und diffamiert. 


Letzlich wird Mohammed Ben Abbes von den Französinnen und Franzosen zum Präsidenten gewählt. (!) Ben Abbes wird Staatspräsident.

Aus Sicht des Romans die freiwillige Unterwerfung:

Denn was geschieht, als Ben Abbes Präsident geworden ist? Er ändert die laizistische Verfassung, führt die Theokratie, die Scharia, das Patriarchat und die Polygamie ein.

 Ein Literaturprofessor an einer Pariser Universität erzählt wie langsam sein ganzes Umfeld vom Islam eingenommen wird. Die Universitäten werden von reichen Arabern ("Ölscheichs") übernommen. Von den Bekannten des Professors konvertiert einer nach dem andern zum Islam, weil es dem Erhalt des Arbeitsplatzes dient.

Gleichzeitig bringt die Annahme des muslimischen Glaubens einen enormen gesellschaftlichen Aufstieg, enorme Anerkennung. Freundschaften, auch Bekanntschaften, können nur so erhalten bleiben.
Nach der Annahme des Islam gibt es eine Verdreifachung des Gehaltes, nach Wunsch Zuteilung von mehreren gefügigen und untertänigen, aber auch geschickten ("gelernten") Ehefrauen. Diese können hervorragend kochen, Gäste bewirten, der Ehemann wird verehrt.
Unter den dem Mann zugeteilten Frauen gibt es mindestens eine minderjährige Ehefrau für den unbeschwerten Sex. Paris und auch die Universität verändert sich vollkommen. Es wird nur noch in Anlehnung an den Islam gelehrt.
Innerhalb eines Jahres bedecken die Frauen, die schon länger hier leben, auf der Straße ihren Körper, alle jungen arabischen Studentinnen sind ganz selbstverständlich voll verschleiert.
Auch der Erzähler entscheidet sich nach anfänglichem Widerstand für die Unterwerfung unter den Glauben der Moslems und für die zu erwartenden Vorzüge. Seiner ehemaligen Freundin jüdischen Glaubens trauert er nicht mehr nach. Er freut sich auf seine Ehefrauen.
Die wenigen, die nicht konvertieren, meist aus der Unterschicht, verschwinden aus dem gesellschaftlichen Leben, verschwinden von der Bildfläche. Der Islam übernimmt das Land, komplett.
Das Christentum und das westliche Leben hört auf zu existieren. Alternativlos.
Kampflos. 
(Quelle: Rezension von 1918)

»Der neue Roman von Michel Houellebecq ist schrecklich. Er entwirft das Bild eines islamistischen Gottesstaates in Frankreich in der nahen Zukunft. Houellebecq zielt so furcht- wie gnadenlos ins Herz westlicher Angst.

Kein Autor hält der offenen Gesellschaft ihre Albträume so schonungslos vor wie er.« (FAZ)

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 Kolumbus, der Mauren-Töter 

 Matamoros
Quelle
 In Mexiko, dem früheren Reich der Azteken, gibt es einige Orte, die Matamoros heißen, "Mauren-Töter". Mauren ist das Wort, mit dem die Spanier die Muslime bezeichneten. Für die katholischen Spanier, schreibt A. Mikhail, war jeder christliche Soldat dazu verpflichtet, ein Maurentöter zu sein.
Im Jahr 1492 eroberten die Spanier nicht nur die letzte muslimische Festung auf der spanischen Halbinsel (zurück), sondern ein ganz bestimmter Maurentöter, Christoph Kolumbus, eröffnete in diesem Jahr eine neue Front im Krieg der spanischen Katholiken gegen den Islam. (a.a.O. S. 15f)
 
Für Kolumbus war klar,
dass die ruhmreiche Reconquista, die Rückeroberung Spaniens durch das katholische spanische Königshaus (Isabella und Ferdinand), in der Folge auch zu einer globalen Reconquista gegen den Islam, die "böse Religion", führen musste.


Dabei ging es nicht nur um Religion und den rechten Glauben, sondern darum, dass durch das Osmaniche Reich "dem Westen" die Handelswege in den Osten versperrt waren:

Das Mittelmeer, Teile der Adria, das Ägäische Meer zwischen Griechenland und der Türkei, die Meerenge des Bosporus bei Istanbul, das Schwarze Meer, der Zugang nach Osten zur Seidenstraße ---- sie alle waren beherrscht durch das Osmanische Reich, "die Muslime", die Mauren, die Moros. Wie auch heute, so ging es im 15. Jahrhundert um freie Seewege, freie Handelswege, freien Zugang zu Rohstoffen, globalen Handel.
Siehe auch:
 
Wenn man das übermächtige Osmanische Reich besiegen und die Wege in den Osten wieder freimachen wollte, 
dann ging das nur, so die neue Idee, indem man nach Westen segelte, um den Globus herum, über China nach Indien, um dann den Osmanen von Osten in den Rücken zu fallen und in die Zange zu nehmen.

Man hatte davon gehört, dass es in China auch Christen und Christinnen gab und dass der legendäre Kaiser von China, der Große Khan, ein Mongole, den Christen dort wohlgewonnen sei. -
Die Idee war, man könne vielleicht den Großen Khan für sich zu gewinnen, um dann gemeinsam mit ihm von Osten her das Osmanische Reich anzugreifen, dieses zu vernichten und so das Heilige Jerusalem gemeinsam zurück zu erobern. - So wie zuvor die Spanier die Mauren/Muslime aus Spanien vertrieben  und deren Stadt Granada erobert hatte. 

Der Beginn des Jahres 1492 hatte den Abschluss der Reconquista in Spanien bedeutet: Nach mehrmonatiger Belagerung übergab Muhammad XII., der letzte Emir von Granada, die Stadt an die katholischen Könige Ferdinand II. und Isabella I. von Spanien. Damit endet die fast 800-jährige muslimische Geschichte auf der iberischen Halbinsel.
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Exkurs: Der Große Khan in China und das Christentum
Auch ArchäologInnen stellten die Frage, wann eigentlich das Christentum nach China kam. Das bisher älteste archäologische Zeugnis für eine Existenz christlicher Gemeinden stammt aus dem Jahr 781: Die Inschrift einer Stele in der nordwestchinesischen Stadt Xian (dort hat man auch die berühmte Terrakotta-Armee ausgegraben) belegt die Tätigkeit christlicher (nestorianischer) Missionare entlang der Seidenstraße, die schon damals Europa mit dem Fernen Osten verband.
Ein weiterer Fund könnte noch älter sein. Es ist ein eingraviertes Kreuz über einer Felsnische in der Nähe der ostchinesischen Stadt Luoyang .  

Wissenschaftler entdeckten es 2010 bei den Longmen-Grotten. Nach Angaben des katholischen Pressedienstes Ucanews (Bangkok), der die Untersuchungsergebnisse Mitte Januar 2014 bekannt machte, wird der Fundort in die Zeit zwischen 316 und 907 datiert. Vermutlich habe die Nische als Aufbewahrungsort für Asche und Gebeine vonChristen gedient.
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In der Hoffnung, einen Beitrag zu diesem europäischen Kreuzzug gegen die Muslime leisten zu können, stach Kolumbus am Abend des 3. August 1492 in der andalusischen Hafenstadt Palos de la Frontera in See -
im selben Sommer, in dem Sultan Bayezid II., "der Gerechte", mit seinen Armeen Richtung Norden auf den Balkan nach Sofia (heute Bulgarien) marschierte. Vom Balkan aus konnte man die Adria kontrollieren und somit den Seeweg der Kaufleute von Venedig in das Mittelmeer so wie die Warenlieferungen Richtung Venedig blockieren.
Sultan Bayezid II. war der Sohn von Sultan Mehmed II., dem 7. Sultan des osmanischen Reiches, der 1453 Konstantinopel erobert und damit das Ende des christlich-orthodoxen Byzantinischen Reiches besiegelt hatte.

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Für den Seefahrer Christoph Kolumbus kommt es dadurch zur Erfüllung eines Traums: Es dauert noch einige Zeit, doch mit der so genannten Kapitulation von Santa Fe (in der Nähe von Granada in Spanien am 17.4.1492) lösen Ferdinand und Isabella ihr Versprechen ein und gewähren ihm drei Schiffe, die nötigen Gelder und umfangreiche Privilegien, um den Seeweg nach "Indien" auf einer Westroute zu suchen.
Das Jahr 1492 wird als historische Zäsur betrachtet, als Bruch zwischen dem Alten und dem Neuen. "Für manche ist es der Beginn der Neuzeit, für andere ist es das Jahr, in dem die Unabhängigkeit der amerikanischen Ureinwohner endete." (A. Mikhail)

"Um das Jahr 1492 richtig und vollständig zu verstehen, müssen wir untersuchen, von welchen kontinuierlichen Größen es geformt und geprägt wurde. Wir müssen den Mythos von einem andauernden säkularen Fortschritt des Westens verwerfen. Auf ihren drei Rahsegelschiffen nahmen Kolumbus und seine 87 Besatzungsmitglieder ihre lange Geschichte des Krieges mit dem Islam und ihre Minderwertigkeitsgefühle angesichts des osmanischen Kolosses mit über den Atlantik. Kolumbus und seine königlichen Förderer begannen eine neue Phase in einem epischen Krieg, der damals schon ein halbes Jahrtausend dauerte. Da es Europa nicht gelungen war, das Jerusalem der Alten Welt zurückzuerobern, suchte es ab 1492 nach einem neuen Jerusalem jenseits des Ozeans, nach einem Gelobten Land, in dem es keinen Islam gab. - Kolumbus segelte im Rahmen eines Kreuzzugs nach Westen." (Alan Mikhail a.a.O.)

In den ersten Zeilen seines Bordbuchs wird dies explizit von Kolumbus zum Ausdruck gebracht:

 «Im gegenwärtigen Jahre 1492, nachdem Eure Hoheiten dem Kriege gegen die Mauren, die noch in Europa herrschten, in der gewaltigen Stadt Granada ein Ende bereitet hatten, also in jener Stadt, [sah ich] am Zweiten des Monats Januar desselben Jahres mit eigenen Augen, wie dank der Waffenerfolge die königlichen Standarten Eurer Hoheiten auf den Türmen der Alhambra, welche die Festung der vorgenannten Stadt ist, hochgezogen wurden und wie der maurische König seinen Palast verließ, um die Hände Eurer Hoheiten und des Fürsten, meines Herren, zu küssen.»

Gleich im nächsten Satz kommt Kolumbus auf sein Fernziel zu sprechen, den Großkhan zu finden und zu bekehren, von dem Marco Polo geschrieben hatte, er werde der Christenheit helfen, den Islam einzukreisen und zu schlagen:

[A]uf Grund der Berichte, die ich Euren Hoheiten über die Länder Indiens und über einen Fürsten, genannt der «Große Khan», was in unserer Sprache soviel bedeutet als «König der Könige», zu geben in der Lage war, und im Hinblick auf die Nachricht, daß dieser selbst und seine Vorgänger viele Male Boten nach Rom entsendet hatten, um gelehrte Doctores unseres heiligen Glaubens zu ersuchen, sie darin zu unterweisen ... in jenem gleichen Monat also erwogen Eure Hoheiten ... ernstlich den Gedanken, mich, Christoph Kolumbus, nach den vorgenannten Gegenden Indiens zu entsenden, um jene Fürsten, Völker und Orte aufzusuchen und die Möglichkeiten zu erwägen, wie man sie zu unserem heiligen Glauben bekehren könnte. 

Doch sogar die drei Schiffe

 — die Nina, die Pinta und das Flaggschiff Santa Maria,—, mit deren Hilfe Kolumbus den Islam besiegen wollte, hatten dem islamischen Feind etwas zu verdanken: Ende des 5. Jahrhunderts machten spanische und portugiesische Schiffbauer einen großen navigatorischen Sprung vorwärts, als sie von ihren muslimischen Konkurrenten eine neue Technologie übernahmen: das Lateinersegel, ein dreieckiges Segel, das in einem Winkel von 45 Grad mit seinem Mast verbunden war. Die Kombination des Lateinersegels mit dem klassischen europäischen Rahsegel erhöhte die Schnelligkeit und verbesserte die Manövrierfähigkeit der Schiffe, ohne dass sie auf die stabilisierende Wirkung des Rahsegels verzichten mussten: «Die Araber waren ihre Lehrer.»
Auf allen vier Reisen in die Neue Welt, nahm Kolumbus Männer mit, die mehrere Sprachen des Nahen Ostens beherrschten, damit er durch sie mit den Nestorianern im Osten verhandeln konnte, den Christen, die laut Marco Polo und anderen angeblich an einem Bündnis mit dem europäischen Katholizismus interessiert waren. Sie sollten jedoch auch für die Verständigung mit den Seiden- und Gewürzhändlern eingesetzt werden, die er zu finden hoffte. Zusammen beherrschten die Männer Arabisch, Hebräisch, Chaldäisch und natürlich Spanisch. (Mikhail a.a.O.)

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Die weltpolitische Bedeutung des Osmanischen Reiches 
Sultan Mehmed II
der Opa von Selim.

wird meist mit Süleyman I., genannt der Prächtige, verbunden, der 1529 Wien belagerte ("Erste Wiener Türkenbelagerung" oder "Erste Wiener Osmanenbelagerung").

Doch für den Geschichtsprofessor in Yale, Jahrgang 1979, ist Süleymans Vater Selim, der neunte Sultan des osmanischen Reiches,  derjenige, der das Osmanische Reich zu dem eigentlichen Global Player des 15. Jahrhunderts machte. [Quelle]

In der 600-jährigen Geschichte des Osmanischen Reiches stammten alle Sultane von einem einzigen Mann ab, Osman, dem ersten Sultan. Die Osmanen stammen von den Turk-Völkern (Türkvölker/ türkische Völker/ Türken...) ab, die im 6. Jahrhunder von China aus nach Westen wanderten in Richtung Mittelmeer, eine Wanderung, die fast mehrere hundert Jahre dauerte. In Anatolien das zum untergehenden christlich-orthodoxen Byzantinischen Reich gehörte, bildeten sie kleine Fürstentümer, deren loser Stammesverband von einem Mann namens Osman geführt wurde, gestorben im Jahre 1320: Der erste Osmane:
Alle Sultane bis ins 20. Jahrhundert waren Osmans Nachkommen.
Mehmed II., der siebte Sultan, zerbrach 1453 mit einem einzigen Schuß seiner Kanone, welche die 500 Kilogramm schwere Steinkugel eineinhab Kilometer weit schießen konnte, die Mauern der Hauptstadt des Byzantischen Reiches, Konstantinopel, und versetzte dem christlichen Reich den Todesstoß. (Gottes Schatten, S. 19f und 270f) 

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  Wird überarbeitet und fortgesetzt ...
 



Jürgen Edmund Wertheimer (* 18. Januar 1947 in München) ist deutscher Hochschullehrer für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik an der Universität Tübingen und Autor.

Bernard E. Harcourt (* 28. Januar 1963 ist ein US-amerikanischer Rechts- und Politikwissenschaftler. Er forscht und publiziert zu Themen der sozialen Kontrolle in der „Straf- und Überwachungsgesellschaft“ und vertrat als Rechtsanwalt Häftlinge, die zum Tode oder zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt wurden.
Er ist sowohl an der Columbia University in New York City, als auch an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Paris tätig.