bildungsblog72

Über Schule, Bildung und Lernen im 21. Jahrhundert nebst aktuell gültiger Irrtümer.

Sonntag, 2. November 2014

Der neue Bildungsplan-Entwurf und die erotischen Phantasien einiger KritikerInnen

Am 18.10.2014, einem Sonntagnachmittag, sind in Stuttgart unter dem Motto "Ehe und Familie vor" nach Polizeiangaben rund 1.200 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Bildungsplan der grün-roten Landesregierung zu demonstrieren. Seit Februar 2014 war es bereits die fünfte Demonstration gegen den Bildungsplan.

Frau Sibylle (Berg) schreibt in ihrer Kolumne in SPIEGEL-Online dazu:
"[...] die Demonstranten zogen vor allem gegen den Bildungsplan der baden-württembergischen Landesregierung auf die Straße. Es ist nachvollziehbar, dass Eltern mitbestimmen möchten, welche Werte ihren Kindern in der Schule vermittelt werden. Ein Bildungsplan muss mit den Grundwerten der Demokratie vereinbar sein. Das spräche unbedingt dafür, den Begriff der Familie, der in Schulen vermittelt wird, zu öffnen [...]."
Ja.

Im Entwurf des Bildungsplans sieht das in Baden-Württemberg konkret so aus: 

Homosexualität im Bildungsplan – Beispiel Familienvielfalt (Gymnasium, Klassenstufe 8)
Bildungsplan 2004 (derzeit gültig)
Gymnasien, Klassenstufe 8,
Themenfeld „Kinder und Jugendliche in Familie und Gesellschaft“
„Die Schülerinnen und Schüler können Lebensformen in unserer Gesellschaft beschreiben und vergleichen“
Bildungsplan 2016 (Erprobungsfassung)
Gymnasien, „Standardstufe 10“ (Thematik wohl weiterhin in Klassenstufe 8)
Inhaltsbezogene Kompetenzen, „Familie und Gesellschaft“
Die Schülerinnen und Schüler können unterschiedliche Lebensformen beschreiben (unter anderem traditionelle Familie, Ein-Eltern-Familie, Patchwork-Familie, Alleinlebende, Eingetragene Lebenspartnerschaft“)

Die Formulierung für den schulartübergreifenden Bildungsplan für die Sekundarstufe ist identisch, wobei auf der grundlegenden Niveaustufe lediglich das „Nennen“ und nicht das „Beschreiben“ der verschiedenen Lebensformen verlangt wird.

Die im aktuellen Schuljahr eingesetzten Arbeitsfassungen zur Erprobung sind unter www.bildungsplaene-bw.de abrufbar.

Demo gegen den neuen Bildungsplan am 19.10.2014 in Stuttgart,
nach Angaben der Polizei 1200 Teilneher_innen (eigene Angaben: 3000).

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Die Landesregierung in BW hat eine "Politik des Gehörtwerdens" versprochen.
Das Sozialministerium schreibt dazu:

"Die Erstellung des Aktionsplans „Für Akzeptanz & gleiche Rechte Baden-Württemberg“ wird von Anfang an begleitet durch einen
Beirat, bestehend aus
  • Vertretungen der Ministerien,
  • aller vier im Landtag vertretenen Fraktionen
  • und 12 Vertretungen des landesweiten Netzwerks LSBTTIQ,
  • den Kommunalen Landesverbänden,
  • der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg,
  • der Aidshilfe Baden-Württemberg
  • und dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.
Ziel des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg ist es, die Öffentlichkeit für das Recht auf Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung zu sensibilisieren und Maßnahmen zu entwickeln, um Ausgrenzung und Benachteiligung aktiv entgegenzuwirken.

Bei der CSD Polit-Parade am 26.07.2014 gingen insgesamt 67 Formationen – Fuß- und Motorradgruppen, PKWs und LKWs – mit weit mehr als 3.500 aktiven Teilnehmenden für Gleichberechtigung und Akzeptanz auf die Straßen. Die  CSD-Demo stellte einen neuen Besucherrekord auf: 220.000 Menschen standen laut Polizeiangaben am Straßenrand.
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Schäbiger Kampagnen-Jornalismus von FAZ/FAS, FOCUS und anderen....

Statt ihre Leser_innen sachlich und sachkundig zu informieren, geben FAZ/FAS/FOCUS Autor_innen Raum, die ganz offenkundig nie in die Bildungsplan-Entwürfe hinein geschaut haben - und wenn sie es getan haben sollten, dann haben sie sich dabei von ihrer intoleranten und/oder religiös-fundamentalistischen und katastrophierenden Ideologie blenden lassen.

Noch ist Bernd Saur Chef des Philologen-Verbandes in BW. 
Die Frage ist, wie lange die im Verband organisierten Philolog_innen es zulassen werden, dass er - Lehrer an einem Gymnasium in Ulm und Mitglied im Bildungsbeirat des Landes - seine Sex-Phantasien ausbreiten darf - u.a. im FOCUS) .
  • Statt über die im Bildungsplan vorgesehenen Themen wie Akzeptanz, Toleranz, Regenbogenfamilien, Patchwork-Familien, Lebenspartnerschaften zu schreiben oder wie in seiner und jeder anderen Schule die Diskrimierung von gleichgeschlechtlich orientierten Schüler_innen verhindert werden kann,
  • schreibt er lieber über "Taschenmuschi, Vibrator, Handschellen, Aktfotos, Vaginalkugeln" so wie über "Spermaschlucken, Dirty Talking, Oral- und Analverkehr und sonstige Sexualpraktiken inklusive Gruppensex-Konstellationen, Lieblingsstellung oder die wichtige Frage «Wie betreibt man einen Puff»". -
    Und: Projiziert das auf den gepanten neuen Bildungsplan. - (Mit besten Grüßen an Sigmund Freud.) 

Die Frankfurter Allgemeine legte nach
Am 14.10.14 veröffentliche sie einen Artikel von Frau Antje Schmelcher, die öffentlich von einem Unterricht träumen darf, in dem die Schüler_innen "zum Beispiel für eine Gruppenübung Sexartikel wie einen Dildo, Potenzmittel, Handschellen, Aktfotos und Lederkleidung erwerben sollen" [...] oder „Wie mag eine Jugendliche, die im Rahmen von Kinderprostitution verkauft wird, sich wohl fühlen, wenn sie im Sexualkundeunterricht einen ,neuen Puff für alle‘ planen soll?“ ... - Dazu klaubt sie alle möglichen Zitate aus verschiedenen Werken zusammen, doch einen Blick in die real-existrierenden Bildungspläne hat sie wohl nicht geworden.
Das ist bewusste Irreführung und Verwirrung der Öffentlichkeit durch die Autorin - und die Zeitschrift, die solches abdruckt.

Die im aktuellen Schuljahr eingesetzten Arbeitsfassungen zur Erprobung in BW sind unter www.bildungsplaene-bw.de abrufbar.
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Das Kultusministerium schreibt aus seiner Webseite 
am 19.10.2014 (das war der Tag der o.g. fünften Demo):


»Das Kultusministerium bezeichnet die Behauptungen auf der heutigen Demonstration gegen den Bildungsplan als falsch und absichtlich irreführend. Parolen einer „Sexualisierung der Schule“ oder der Zerstörung der Familie durch den Bildungsplan gingen vollkommen an der Wirklichkeit vorbei. „Die Initiatoren spielen bewusst mit den Ängsten von Eltern, um ihrer Ideologie zu entsprechen und ihre Anhänger anzuheizen“, erklärte ein Sprecher. Der Wert von Ehe und Familie sei einer der Grundpfeiler des Bildungsplans.
Die neue allgemeine Leitperspektive „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ behandelt die Themen „Toleranz und diskriminierungsfreier Umgang mit Vielfalt“ in einem größeren Zusammenhang.
Es gehe genauso
  • um religiöse Vielfalt
  • wie um kulturelle,
  • ethnische,
  • soziale
  • und eben auch um sexuelle Vielfalt.
Das Kultusministerium will damit Schülerinnen und Schüler Toleranz und Akzeptanz gegenüber Menschen unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten, Nationalitäten, Ethnien, Religionen und Weltanschauungen vermitteln, aber auch im Hinblick auf Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität. „Unser Ziel ist, dass die Schule zu einem von Vorurteilen und Diskriminierungen freien Raum wird“, sagte der Sprecher.« 
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Die FAZ legt am 23.10.2014 noch einmal unbeirrt nach. - Aufklärung ?


 Während ein Leserbrief der SchLAu-Aufklärungsprojekte nicht abgedruckt wird, darf Martin Voigt nachlegen:


Man beachte auch das dazu abgedruckte Bild, das aus einem im Jahr 1991(!) erschienenen Buch stammt,  das vergriffenen ist, also mit den aktuellen Bildungsplänen in keinem Zusammenhang steht. Könnte man das nicht Manipulation nennen? Ist das nun Aufklärung oder Verdummung der gebildeten Leser_innen?
(Der Artikel ist bisher im Internet nicht veröffentlicht. Schade eigentlich.)
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Siehe auch:


  • Sexualkunde mit Bibel, Dildo und Handschellen
  • familien-schutz.de/schreiben-sie-leserbriefe/
  • Schleichendes Gift: Gender Mainstreaming
  • Produktive Erregung” als pädagogische Aufgabe
  • Vielen Dank für den ausgezeichneten Artikel „Aufklärung oder Anleitung zum Sex?“ von Martin Voigt
  • Irrglaube und Wahrheit
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Und :

Link
  • Schule der Vielfalt
  • Schule mit Courage
  • Antidiskriminierungstelle des Bundes


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Mittwoch, 17. September 2014

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Schüler_innen, lieber Gender-Wahn (?).

Screenshot
Der Spitzenkandidat der AfD in Thüringen, Lehrer Björn Höcke, sagte der Thüringer Allgemeinen:
„Schädliche, teure, steuerfinanzierte Gesellschaftsexperimente, die der Abschaffung der natürlichen Geschlechterordnung dienen, zum Beispiel das Gender-Mainstreaming, sind sofort zu beenden.“
[Quelle]
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Schwarz oder Weiß? Mann oder Frau?

Wir sagen: "Das ist ein Mann." -  "Das ist eine Frau." - "Gras ist grün." - "Schnee ist weiß."
Natürlich ist der Schnee weiß und das Gras grün. 
Doch wenn man einen Eskimo fragt (oder eine Eskima ;-),  welche Farbe der Schnee hat, dann kennt er für seine Antwort ca. 200 verschiedene Namen, je nach Farbton und Beschaffenheit seiner weißen Umwelt. Auch im Deutschen kennen wir  - zumindest für die Nuancen eine einzigen Farbe - unterschiedliche Namen, und manche Menschen sammeln diese Namen. Hier Beispiele für >  schwarz und weiß.

Adam und Eva
(hebr.: = Mensch und Menschin)
Wie viele Geschlechter gibt es ?

Vor 3000 Jahren ging man wohl in der Regel davon aus, dass es nur 2 Geschlechter gibt, Mann und Frau; und manche Menschen sehen das heute noch so. - 
In der Bibel z.B. schrieb ein uns unbekannter Autor (den man lange Zeit "den Jahwisten" nannte) um das Jahr 1000/950 v.Chr.:
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan [...]
[Quelle: 1. Buch Mose (=Genesis), Kapitel 1, Vers 26-28]
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Im Jahr 2014 n.Chr. sieht man es etwas anders. 

Zwar eher nicht nicht bei der AfD;
auch nicht im Vatikan,
bei religiösen Fundamentalist_innen und anderen Farben-Blinden; 
aber z.B. nun auch bei Facebook.
Seit Donnerstag, den 4. September 2014. 
"Nutzer aus Deutschland können künftig zwischen 60 Möglichkeiten wählen,
wenn sie ihr Geschlecht angeben. Begriffe, die bisher in Seminarräumen verhandelt wurden, dringen damit via Facebook in den Mainstream.[...] In den USA können die Facebook-Nutzer bereits seit Februar zwischen immerhin 56 Kategorien wählen, in Großbritannien seit Juni zwischen 71.
Jede Sprache hat ihre eigenen Nuancen."

[Quelle]

taz-Titel
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Jugendliche ahnen Schlimmeres als ihr Lehrer befürchtet hat.
 
Auf der Webseite Jungsfragen.de haben "Jungs" ab 11 Jahren (die meisten sind 15-17, die ältesten 31) angegeben, welche sexuelle Orientierung sie selber haben.
Diese natürliche Geschlechterordnung, wie die Schüler(!) sie selber empfinden, sieht dann so aus wie auf der Grafik rechts [Ausriss] >.
Diese Jungen und jungen Männer sehen sich nicht einfach nur als Mann oder Junge, auch wenn die Hebamme sie bei der Geburt eindeutig diesem biologischen Geschlecht zugeordnet hat.


Gender-Mainstreaming wird im Lexikon so definiert:
Gender-Mainstreaming, auch Gender Mainstreaming geschrieben, bedeutet, die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern bei allen Entscheidungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu berücksichtigen, um so die Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen. Der Begriff wurde erstmals 1985 auf der 3. UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi diskutiert und zehn Jahre später auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz in Peking weiterentwickelt.Seit den Amsterdamer Verträgen von 1997/1999 ist Gender-Mainstreaming ein erklärtes Ziel der Europäischen Union. […] Gender-Mainstreaming unterscheidet sich von expliziter Frauenpolitik dadurch, dass beide Geschlechter gleichermaßen einbezogen werden sollen. [...]

Der Begriff Gender bezieht sich auf das soziale Geschlecht eines Menschen, das ihm bestimmte Geschlechterrollen bzw. geschlechtsspezifischen Fähigkeiten und Eigenschaften zuschreibt. [wikipedia]

Dass es für Lehrer Höcke auch gegen die natürliche Geschlechterordnung verstößt, wenn die Europäische Union die Gleichstellung der Geschlechter anstrebt, ist wahrscheinlich. Denn seine AfD ist eine Männer-Partei, genauer gesagt: Derzeit scheint die AfD die Partei für bestimmter Männer zu sein, patriarchalisch und autoritär veranlagte. (82 Prozent der Mitglieder waren in einer partei-internen Umfrage gegen Gender-Mainstreaming, hauptsächlich Männer.)
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Muss das nun sein, dass

man bei facebook beim Ankreuzen des Geschlechts zwischen 56, 60 oder auch 71 Möglichkeiten wählen kann? Oder soll?
Für facebook zahlt sich das vielleicht schon aus: Facebook kann dann seine Datensammlung  zielgenauer an Firmen verkaufen, und diese können treffsicherer ihre Werbung für Bücher, Filme, Kleidung, Sextoys, Dessous.... an den Mann, an die Frau und an XYZ versenden.
Ob es auch für jedermann und jedefrau sinnvoll wäre, sich nach außen hin per Ankreuzen (z.B. im Personalausweis) für eines der 60 Geschlechter entscheiden zu müssen, mag dahingestellt sein und bezweifelt werden.

Für die Schüler_innen von Lehrer Björn Höcke und von anderen Lehrer_innen ist es sicher gesund und hilfreich für ihr weiteres Leben zu wissen, dass es neben verschwurbeltem Heterosexismus auch noch anderes im Leben (und in der natürlichen Geschlechter-Ordnung) gibt:

Fragen an Jungs
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Eingestellt von udopia-04 um 22:02 Keine Kommentare:
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Samstag, 2. August 2014

Schnell & billig. Bologna, Bachelor, Diplom und Staatsexamen.

Sind Bologna und Bachelor böse?


  • Zufrieden mit dem Bachelor-Studiengang sind auf jeden Fall die deutschen Finanzminister_innen: Da in Deutschland der Erwerb des Bachelor-Grades i.d.R. nur 6 Semester dauert, wurden durch die Bologna-Reform mit einem Schlag 25% mehr Studienplätze geschaffen. Zum Null-Tarif!  Und weil man außerdem das Abi nun in 12 statt in 13 Jahren machen kann und soll, braucht man an den Gymnasien Deutschlands für einen ganzen Jahrgang, die Klassenstufe 13, keine Lehrer_innen mehr. -
    Hier ist Geiz geil und je schneller Abi und Examen desto besser = billiger.
  • Zufrieden ist die Wirtschaft, denn an den Hochschulen für angewandte Wissenschaft, den Fach-Hochschulen, könne in 6 Semestern z.B. im Bereich Technik ein Experte (BA) ausgebildet werden, der die gleiche exzellente Qualifikation besitze wie zuvor ein deutscher Ingenieur mit Diplom-Titel. Und: Die Wirtschaft brauche nicht so viele Master, auf 1 Master kommen dort 10 Bachelor.
  • Zufrieden sind DIE Studierenden, die es in der Ausbildung gerne verschult haben und wissen wollen, was genau sie lernen sollen für ihr Examen.
  • Zufrieden sind DIE Studierenden, die nicht gerne alle Examina am Ende des Studiums haben wollen, sondern in Modulen verteilt über die Studienzeit. 
  • Zufrieden sind Jurist_innen, Ärzt_innen, Tiermediziner_innen und andere, weil man sie von den Bachelor- und Master-Studiengängen ausgenommen hat: Es gibt noch Staats-Examen.
  • Versprochen hat man sich eine bessere internationale Vergleichbarkeit der Hochschul-Abschlüsse.

Goethe, Schiller und
Gebrüder Humboldt
Unzufrieden sind die Geisteswissenschaften: 


Kann man in verschulten Modulen zum  Germanisten werden?  Philosoph nach 6 Semestern im Alter von 21 Jahren? Umfassend gebildet nach dem Humboldtschen Ideal in 6 + 4 Semstern? -
60% aller Studierenden fühlen sich mit dem BA nicht genügend gerüstet (das ist auf den Fach-Hochschulen offenbar anders), möchten nach dem Bachelor noch den Master machen. Muss das sein? Bin ich als BA schon überqualifiziert für den Beruf oder bin ich als MA doch besser vor Arbeitslosigkeit geschützt? 
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A. von Humboldt im (Bildungs-) Dschungel


"Technokrat" (aus einen Game)
Briefmarke 1985

-5 ------- 0 ------ +5 

Links auf der Skala der umfassend gebildete Mensch, der in Muße reisend und forschend gelernt hat. -

Rechts der aus-gebildete fachidiotische technokratische Experte ?


Die Lösung liegt vielleicht in der Mitte?
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  • In den USA und China dauert die BA-Ausbildung 8 Semester. Warum nicht auch an deutschen Hochschulen - dort wo 6 Semester offensichtlich als nicht ausreichen?
  • Kann das Staats-Examen weiter bestehen, wo es notwendig erscheint?
  • Sollen Studierende auf bestimmten Gebieten oder auch generell nicht die Möglichkeit haben, ungestraft länger als 6+4 Semester zu studieren?
  • In Ländern, in denen es keine duale Ausbildung und keine Vollzeit-Berufssschulen gibt (England z.B.) MUSS man den BA machen, um  z.B. als Physiotherapeut ein Diplom vorweisen zu können (in Liverpool gibt es angeblich auch den Surf-Lehrer BA). - Muss das dann auch in Deutschland so sein (Kindergärtner_in BA, Krankenpleger_in BA,  Heizungstechniker_in BA ...) oder reicht eine aufgewertete Duale Ausbildung? 
  • Würde die Krankenschwester BA schon unter "Akademisierungs-Wahn" zu rechnen sein?
  • .....
Siehe auch:
Vom Fachkräfte-Mangel, Akademisierungs-Wahn, Demografie und Mao Zedong 
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Samstag, 5. Juli 2014

... in einem alten Arbeiterbezirk im Nordwesten Berlins aufgewachsen. Lerncoaching.

Er ist in einem alten Arbeiterbezirk im Nordwesten Berlins aufgewachsen. 

Als er dort die Grundschule besuchte, waren fast alle Kinder wie er ausländischer Herkunft. "Da war die halbe Welt", sagt er. Damals wandelte sich der Bezirk langsam zu einem Problemkiez: Die Industrie wanderte ab, viele der ehemaligen "Gastarbeiter", die dort wohnten, wurden arbeitslos, und in die billigen Altbauten im Kiez zogen immer mehr Flüchtlinge aus dem Libanon ein. Sechs vom Bürgerkrieg traumatisierte Kinder kamen damals auch in seine Klasse, sagt Nizar Rokbani: "Die waren wie unter Strom." Aber seine Lehrer meinten nur, er sei "doch auch Araber", und setzen sie zusammen.

Was hätte der moderne Lerncoach getan? ......................................................

Manche dieser ehemaligen Mitschüler sind mittlerweile tot - durch Heroin, das sie erst verkauft und dann selbst genommen haben. Auch sein jüngerer Bruder geriet in diese Kreise, inzwischen ist er clean. Er selber hielt sich zwar von den Drogen fern, aber ein guter Schüler war er trotzdem nicht: "Ich konnte bis zur vierten Klasse meinen Nachnamen nicht schreiben, ich war mehr so der Klassenclown", sagt er.

Was hätte der moderne Lerncoach geraten? ................................................

"Aber in der Schule war es immer noch besser als zu Hause." 
Denn zu Hause führte der Vater ein patriarchales Regiment, und es setzte öfters mal auf Prügel. Zum Glück war da noch seine Mutter, die dem Jungen mit ihrem Fleiß ein Vorbild war. Sie stellte sich auch quer, als er nach der zehnten Klasse die Schule mit einem Realschulabschluss verlassen wollte. "Gefühlt etwa tausend Bewerbungen" hatte er da geschrieben, erzählt er, und mit Glück und Mühe einen Ausbildungsplatz bei einem Glühbirnenkonzern ergattert. Doch als er ihr voller Stolz seinen Ausbildungsvertrag zeigte, riss seine Mutter diesen kurzerhand in Stücke. "Dafür bin ich nicht nach Deutschland gekommen", lautete ihr knapper Kommentar.

Was hätte der moderne Lerncoach geraten? ......................................................

Die Mutter bestand darauf, dass ihr Sohn zumindest das Abitur machen sollte. Letztlich hat er ihr sogar seine Berufswahl zu verdanken, denn schon als Schüler half er ihr dabei, Hotelzimmer und Toiletten zu putzen. "So bin ich zur Hotellerie gekommen", sagt der Junge heute. "Eine klassische Hotelausbildung habe ich nie gemacht."
Später jobbte er neben dem Studium an der Rezeption eines kleinen Hotels, und nach seinem Abschluss eröffnete er 1998 mit einem Geschäftspartner in Berlin-Schöneberg sein erstes Studentenhotel.

Zwei Lehrer waren in seinem Leben besonders wichtig. 
  • Der eine sorgte dafür, dass das Kind tunesischer Gastarbeiter trotz Hauptschulempfehlung auf ein Wirtschaftsgymnasium wechseln konnte. 
  • Der andere brachte ihm in der neunten Klasse den Wirtschaftsteil der Zeitung mit und forderte ihn auf, bis zum Ende des Schuljahrs das Wirtschaftsjahr zu bilanzieren. 
"Das hat meinen Ehrgeiz geweckt", ist der 42-jährige Unternehmer bis heute überzeugt. Der Ehrgeiz hat Nizar Rokbani weit gebracht: Nach seinem Studium gründete er mit einem Geschäftspartner die Budget-Hotel-Kette Meininger, die europaweit expandierte und zuletzt über 250 Millionen Euro Umsatz machte.
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Der ganze Text  stammt von Daniel Brax, der das Porträt erstellte,  und stand in der taz vom 3.7.2014; dort können Sie die Geschichte nachlesen.

Eingestellt von udopia-04 um 15:10 Keine Kommentare:
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Mittwoch, 18. Juni 2014

Wachsende AbiturientInnen-Zahl und AkademikerInnen-Schwemme. Der Bildungsbericht 2014 und die TaxifahrerInnen.



Quelle: 5. Bildungsbericht 2014 S. 99
  • "Während die Zahl der Neuzugänge zur dualen Berufsausbildung seit längerem rückläufig ist [blaue Linie] ,
  • verzeichnen die Studienanfängerzahlen [rote Linie] einen kontinuierlichen Anstieg.
2011 haben sich die Anfängerzahlen in diesen beiden großen Berufsbildungsbereichen mit jeweils ca. 500.000 Personen erstmalig in der Bildungsgeschichte Deutschlands angeglichen. Nunmehr ist eine
leicht höhere Zahl bei den Studienanfängerinnen und -anfängern zu verzeichnen." 
(5. Bildungsbericht 2014, Seite 6)
_________________________________________________

Wird es bald wieder die berühmten taxifahrenden Germanistinnen und Germanisten geben?
  • Die OECD sagt: Es gibt noch lange nicht genug AbiturientInnen in Deutschland. Sie möchte, dass 70% eines Jahrgangs Abitur machen.
  • Für den Philosophie-Professor Julian Nida-Rümelin sind die jetzigen 55% die Obergrenze: Deutlich mehr als 30% eines Jahrgangs sollten eine Berufs-Ausbildung machen. Wenn in Deutschland 55% eines Jahrgangs Abitur oder Fach-Abitur machen, dann sei das genug, über 70% AkademikerInnen führe zur De-Industrialisierung Deutschlands. - 
  • Und  Frau Prof. Dr. Elsbeth Stern, Psychologin und Professorin an der Eidgenössischen Technischen Hochschle (ETH) Zürich, spricht von 20-25% eines Jahrgangs, die Abi machen dürfen sollten - und damit müsse es dann auch genug sein. - (Siehe: Abitur für alle? Von Gentry, Literaten, Konfuzius und der OECD) 
  • Wer bietet weniger ? ;-) __________________________________________

Ansonsten:
Judith Wüllerich,
Bundesagentur für Arbeit
  • Die Zukunftsaussichten der GermanistInnen
    sind traumhaft. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liegt im Promillebereich. Es sei zu beobachten, dass Geisteswissenschaftler in den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen zunehmend geschätzt werden, meint Arbeitsmarktexpertin Judith Wüllerich.
  • Die FAZ meldete,
    dass bei wachsender Abiturientenzahl die Noten immer besser werden, und verband die Nachricht mit einer Inflationswarnung:
    "Super Abi, aber nichts dahinter. Sie haben bessere Noten - wissen aber weniger. Deutsche Abiturienten machen zwar häufiger ihren Abschluss mit 1,0. Aber einer noch unveröffentlichten Studie zufolge bekommen heute auch diejenigen einen Studienplatz, die dafür 2003 noch zu schlecht gewesen wären." 
  • Besser werden die Noten tatsächlich.
    Berlins Abiturienten steigerten sich zwischen 2006 und 2012 im Mittel von einer Zwei minus (2,68) auf eine glatte Zwei (2,4). Die Quote der Durchgefallenen hat sich dort halbiert. Die gleiche Entwicklung ist im Studium zu beobachten: Der Wissenschaftsrat beklagte bereits vor zwei Jahren, dass es in manchen Fächern nur noch Einser-Studenten gebe.

  • Vehement widersprechen die Sachsen,
    die für die Matheaufgaben seit der Einführung des Zentralabiturs in einigen Bundesländern die Feder führten. Ja, im Vorfeld habe es Warnungen gegeben, dass der Anspruch sinke, bestätigt der Sprecher von Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos). „Die Probeklausuren vom Herbst bestätigen dies allerdings überhaupt nicht. Im Gegenteil: Hier fiel es auch Schülern aus Bayern zum Teil schwer, die Anforderungen zu erfüllen.“
  • „Wir sehen Zuwächse in Lesen, in Mathe und in Naturwissenschaften“,
    sagt Dirk Richter, Wissenschaftler am Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen. Das IQB, wie es abgekürzt heißt, erstellte im Auftrag der Kultusministerkonferenz Bildungsstandards für alle Schulen und testet seit 2009, ob diese erfüllt werden. Die Testergebnisse zeigen u.a.: „Die Leistungen am Gymnasium sind konstant, und das trotz größerer Heterogenität und sozialer Vielfalt“, so Richter.
    Allerdings: Getestet wird nur in der Mittelstufe. Für die Sekundarstufe II gibt es zwar Bildungsstandards, überprüft werden diese aber auf Wunsch der Kultusminister nicht. [Quelle]


    Der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm ist überzeugt:
    "Wenn wir mehr Gruppen in die Hochschulen lassen, sinkt nicht das Niveau, sondern das System wird gerechter.“
    Klemm vergleicht die heutige Bildungsexpansion mit den 50er und 60er Jahren. Damals drängte eine neue Gruppe an die Gymnasien und von dort aus an die Hochschulen: die Mädchen. - Sie wurden zuvor an die Mittel- oder Volksschule geschickt, während die Jungen ans Gymnasium durften. Inzwischen erwerben mehr junge Frauen einen Hochschulabschluss als junge Männer.

    Ähnliche Ängste kommen hoch, wenn die Arbeiterkinder und die Kinder von Einwanderern vermehrt neben den Zöglingen der Bildungsbürger in den Hörsälen Platz nehmen. „Es ist verwegen zu behaupten, dass das Niveau sinkt, wenn sich die Hochschulen für zusätzliche Gruppen öffnen“, meint Klemm.
    Und: „Es hat keinen Sinn, das duale System gegen das Studium auszuspielen. Der Skandal ist doch, dass wir eine Viertelmillion Jugendliche gar nicht ausbilden.“
»Laut aktuellem Bildungsbericht ist die Gruppe jener Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz finden und nach der Schule im Übergangssystem landen, zwar gesunken. Doch 250.000 Jugendliche finden nach der Schule keinen Ausbildungsplatz und machen erst mal eine Maßnahme. Im Bildungsbericht warnen die Wissenschaftler davor, „dass hier Arbeitskräftepotenziale bereits frühzeitig verloren gehen, die angesichts der demografischen Entwicklung bald dringend gebraucht werden“. « [Quelle]

Klaus Klemm, Jg. 1942

Eingestellt von udopia-04 um 20:08 1 Kommentar:
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Samstag, 14. Juni 2014

Wenn die Schnösel von McKinsey in die Schulen kommen ... - Lehrer haben keine Eier.

kann eigentlich nichts Gutes dabei rauskommen.

Aber fangen wir mal vorne an.
Die Süddeutsche Zeitung schrieb in diesen Tagen:
An diesem Mittwoch (28.5.2014) stellt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft seinen Hochschulreport vor, mit Schwerpunkt Lehramt. Kernstück ist eine repräsentative Umfrage unter Abiturienten, sie liegt der Süddeutschen Zeitung vor. 
"Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft"! Das hört sich seriös an, wissenschaftlich und solide.
Was die Süddeutsche nicht erwähnt, aber z.B. bei Spiegel-Online nachzulesen ist: An der Befragung, die der Stifterverband durchgeführt hat, war auch die Unternehmensberatung McKinsey beteiligt.

Der Stifterverband
"ist einer der wichtigsten Geldgeber der Wissenschaft: Er sammelt bei Konzernen, Firmen und Einzelspendern Millionen ein und finanziert damit zum Beispiel Stiftungsprofessuren, schreibt Preise aus, fördert Institute und Forschungsprojekte.  [...] Schon der erste Bericht im vergangenen Jahr war ein bildungspolitischer Rundumschlag mit den Mitteln der Unternehmensberatung."
(Spiegel-Online)


Die jährlich erscheinenden "Hochschulbildungsberichte" des Stifterverbandes sind Studien, die feststellen, was aus Sicht der Unternehmen (!) schiefläuft im Bildungssystem.

Und McKinsey? 
Schlagen wir mal einfach im Volks-Lexikon nach:
McKinsey wird oft als Prototyp der am Shareholder Value orientierten Unternehmensberatungen gesehen. Um den Marktwert eines Unternehmens zu erhöhen, werden oft umfangreiche Umstrukturierungen durchgeführt, wobei Entlassungen die Regel seien. ... Beispielsweise warf der Betriebsrat der Berliner Klinikgesellschaft Vivantes McKinsey 2006 vor, abstruse Vorschläge gemacht zu haben. So seien die Abschaffung des Pförtners, die Ausdünnung der Rettungsstelle und die Reduzierung der Reinigung vorgeschlagen worden. ... In einer drastischen Form kritisierte der Dramatiker Rolf Hochhuth 2004 McKinsey in seinem Theaterstück „McKinsey kommt“. [wikipedia]

Egal wo McKinsey erscheint, 
sein Ziel und seine Methoden sind stets die gleichen. Das Ziel: Die Profite des Auftraggebers zu maximieren. Das Mittel: Sozialabbau, Personal einsparen, Löhne senken, sparen bei den Angestellten...

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Nun sind Schulen, zumindest die meisten, (noch) keine profitorientierten Unternehmen, auch wenn es natürlich Schulen gibt, die profitorientiert und als Aktiengesellschaften arbeiten, (z.B. die Lernhäuser von Peter Fratton, der auch in Baden Württemberg kurze Zeit sehr gefragt war).
  • Siehe dazu auch: Das Lernhaus als Moneyhouse. 
Was kam nun bei der gemeinsamen Befragung heraus?
  • Für die besten Schüler erscheint der Lehrer-Beruf kaum erstrebenswert.
  • Vor allem gute Schüler zieht es ganz woanders hin.
  • Der Beruf kommt bei jungen Leuten nicht so gut weg, vor allem nicht bei den besten.
  • Nicht die Abiturienten mit Top-Noten, sondern die eher mittelmäßigen wollen Lehrer werden.
  • 38 Prozent der Abiturienten mit Einser-Schnitt oder glatter Zwei können sich theoretisch vorstellen, Lehrer zu werden. -
    Bei denjenigen mit mäßigeren Noten - 2,1 bis 4,0 - ist der Beruf für fast die Hälfte denkbar. - Nur ein Viertel des Jahrgangs glaubt, dass der Lehrerberuf etwas für sehr gute Schüler sei.
  • 94 Prozent aller Befragten erwarten, dass ihr Beruf Spaß macht; lediglich 59 Prozent denken, dass das für Lehrer zutrifft. 
  • Ähnliches gilt bei der Gehaltsfrage. Für 83 Prozent muss ihr Traumjob Aufstiegschancen bieten, aber nur 28 Prozent denken dabei an Lehrer.
    Unter den Besten bezweifeln noch mehr, dass der Beruf Geld und Aufstieg bietet.
    30 Prozent von denen, die am Lehrerberuf interessiert sind, halten sich für zielstrebig, noch weniger für selbstbewusst. Bei Klassenkameraden ohne Lust aufs Lehramt sind die Werte höher. 
  • Immerhin erkennen potenzielle Pädagogen bei sich Freude am Umgang mit Kindern und Einfühlungsvermögen. 
  • Fitte und leistungsstarke Abiturienten können sich kaum vorstellen, Lehrer zu werden. 
  • Attraktiv scheint der Beruf für Schüler mit wenig Selbstvertrauen und Durchsetzungskraft.
  • Meist ahnt man ja die Pädagogenkarriere nicht unbedingt für die beliebtesten Mitschüler voraus.
 (Zitate: Südeutsche Zeitung, Focus-Online, Spiegel-Online)

Also:
LehrerIn werden die, die schon als SchülerIn wenig beliebt waren, die wenig Selbstvertrauen und Durchsetzungskraft haben, die an Geld und Aufstieg nicht so interessiert sind (weil sie dafür wahrscheinlich sowieso zu dumm sind), die wenig zielstrebig sind und nicht wissen, was sie wollen, die also deshalb einen Beruf wählen müssen, der wenig Spaß verspricht, nicht übermäßig viel Geld bringt, kaum Aufstieg ermöglicht, aber - wohl unverdienter Maßen - einen sicheren Job, während die guten SchülerInnen, die durchsetzungsfähig und leistungsstark sind ....

Immerhin, die Lehrernnen in spe haben Freude am Umgang mit Kindern und Einfühlungsvermögen,
  • sie sind also wohl doch eher Mädchen und nicht so richtige richtige Kerle -
    (wie die bei McKinsey).
Ex-Bundeskanzler Schröder würde noch ergänzen: Und faule Säcke sind sie auch.


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Und was wollen uns Sifterverband und McKinsey damit sagen?


"Die Autoren sammeln Daten anderer Berichte und Statistiken und werten sie aus, um auf mehreren "Handlungsfeldern" zu Ergebnissen zu kommen - und die sind durchwachsen." (Spiegel-Online)
Schauen Sie doch selber mal nach:
  • http://www.stifterverband.info/
  • http://www.mckinsey.de/hochschul-bildungs-report-schlechte-noten-fuer-deutsche-lehrer-bildung 
  • http://www.hochschulbildungsreport2020.de/
Muss ja nicht alles falsch sein... 


__________________________________________

Sicher ist:
  • Der Reallohn der LehrerInnen sinkt seit 20 Jahren: In den letzten 20 Jahren haben Lehrer/innen beim Reallohn mehr als 20% eingebüßt.
  • Der Pensionsverlust bei LehrerInnen in den letzten 10 Jahren liegt bei etwa 10% ( z.B. durch Änderung des Ruhegehaltsatzes und Streichung von Sonderzuwendungen, "Weihnachtsgeld").
  • Immer weniger Männer wollen Lehrer werden, denn Lehrer in Deutschland verdienen nicht schlecht, aber wer eine Familie ernähren will und Physik oder Chemie studiert hat, wird  - vielleicht - in der privaten Wirtschaft ein besseres Plätzchen finden.
  •  ...

Eingestellt von udopia-04 um 19:43 Keine Kommentare:
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Montag, 9. Juni 2014

Förden, fordern, zu Tode fördern und Donald Duck


Der Künstler Gottfried Helwein (Jg. 1948) ist eine interessante und eine schillernde Persönlichkeit. In den 1970er Jahren hielt man ihn für wahnsinnig (damit ist er in guter Gesellschaft), und Scientology warb in den 1990er Jahren mit seinem Konterfei. - Die Direktorin des Museum of Modern Art Linz, Stella Rollig, sagte über ihn: „Wenn man in der österreichischen bildenden Kunst der letzten fünfzig Jahre jemanden als Star bezeichnen möchte, dann kommt, unter Berücksichtigung aller Kennzeichen, nur einer in Betracht: Gottfried Helnwein.“

 Über Schule sagt Helnwein:
„Von Donald Duck habe ich mehr gelernt als von allen Schulen, in denen ich war.“ 
Helnwein, Donald Duck, 1984

Eltern haben Angst, dass ihre Kinder nicht gefördert werden …
Helnwein:
«Ein Kind denkt immer kreativ, kreiert und imaginiert sich die Welt um sich herum nach eigener Lust und Laune - ein Zustand, der dem Künstlersein sehr nahe kommt. Das hat schon Picasso gesagt: "Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben." Die meisten Erziehungssysteme sind darauf ausgerichtet, das Kindsein zu brechen und einen Erwachsenen zu formen, der sich als Stahlarbeiter, Rennfahrer, Soldat, Politiker oder Anwalt verwenden lässt. Ein Kind würde solchen Unsinn nicht machen. Und die, die daraus halbwegs unbeschadet herauskommen, sind die Künstler.
… früher dachte man: Du musst Kinder schlagen, andernfalls kommen sie auf die schiefe Bahn. Man musste das Schlechte herausprügeln. Heute will man sie zu Tode fördern, beeinflussen und psychologisieren. Der Musiker Captain Beefheart hat mal einen guten Satz gesagt: "Meine Eltern haben mich leider nicht genug vernachlässigt."» (Quelle)
Da deckt sich Helnweins Ansicht wohl mit der Lebensweisheit der Schwarzwälder Großmutter, die zu sagen pflegte:
«Vor lauter Lieb' verreckt man schier.»

Helnwein, Die Erbsünde, 1987
Eingestellt von udopia-04 um 11:08 Keine Kommentare:
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